APQP: die 5 Phasen der Produktqualitätsvorausplanung
APQP (Advanced Product Quality Planning) ist eine strukturierte Projektmethode, mit der Produkt und Fertigungsprozess so entwickelt werden, dass sie die Kundenanforderungen bereits ab Serienstart erfüllen. Kern ist das frühe, teamorientierte Risikomanagement: Fehler sollen in der Planung vermieden statt in der Fertigung aussortiert werden. Die Ergebnisse der APQP bilden den Inhalt der PPAP-Vorlage.
Die 5 Phasen und ihre wichtigsten Ergebnisse
| Phase | Wichtigste Ergebnisse |
|---|---|
| 1. Planung und Definition des Programms | Entwicklungsziele, Zuverlässigkeits- und Qualitätsziele, vorläufige Stückliste und Prozessablauf, vorläufige Liste besonderer Merkmale, Produktsicherungsplan |
| 2. Produktentwicklung | Konstruktions-FMEA, fertigungs- und montagegerechte Gestaltung, Designverifizierung und -reviews, Prototypen-Lenkungsplan, Zeichnungen und Spezifikationen, Werkzeug- und Anlagenbedarf |
| 3. Prozessentwicklung | Verpackungsvorgaben, Prozessablaufdiagramm, Hallenlayout, Prozess-FMEA, Vorserien-Lenkungsplan, Arbeitsanweisungen, MSA-Plan, Plan für vorläufige Fähigkeitsuntersuchungen |
| 4. Produkt- und Prozessvalidierung | Produktionsprobelauf, MSA-Auswertung, vorläufige Prozessfähigkeit, PPAP, Produktvalidierung, Serien-Lenkungsplan, Freigabe der Qualitätsplanung |
| 5. Rückmeldung, Bewertung und Korrekturmaßnahmen | verringerte Streuung, Kundenzufriedenheit, Liefer- und Serviceleistung, Lessons Learned |
Drei Arten von Produktionslenkungsplänen
- Prototypen-Lenkungsplan: beschreibt Messungen und Prüfungen beim Prototypenbau.
- Vorserien-Lenkungsplan: nach den Prototypen und vor der Serie, meist mit strengeren und häufigeren Prüfungen.
- Serien-Lenkungsplan: vollständige Beschreibung von Produkt- und Prozessmerkmalen, Prüfmethoden, Stichproben und Reaktionsplänen.
Praxistipps
- Das APQP-Team sollte bereichsübergreifend sein: Entwicklung, Fertigungsplanung, Qualität, Einkauf, Logistik und bei Bedarf Lieferanten.
- Besondere Merkmale (Sicherheit, Funktion) früh festlegen und von der Konstruktions-FMEA über die Prozess-FMEA bis in den Lenkungsplan durchziehen.
- Jede Phase mit einem Gate-Review abschließen: Weiter geht es nur mit geklärten offenen Punkten oder formal akzeptiertem Risiko.
- Lessons Learned sammeln und im nächsten Projekt nutzen.