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SPC: Regelkarten und die Nelson-Regeln

Die statistische Prozesslenkung (SPC) soll die natürliche, zufällige Streuung eines Prozesses von Veränderungen durch besondere Ursachen unterscheiden, damit man reagieren kann, bevor Ausschuss entsteht. Wichtigstes Werkzeug ist die Regelkarte mit den aus Stichproben berechneten Werten, der Mittellinie und den Eingriffsgrenzen im Abstand ±3σ.

Eingriffsgrenzen werden aus Prozessdaten berechnet, nicht aus der Zeichnungstoleranz. Ein Prozess kann beherrscht, aber nicht fähig sein (enge Toleranz) – oder fähig, aber nicht beherrscht.

UCL +3σ+2σ+1σCL x̄−1σ−2σLCL −3σABCCBARegel 1: Punkt außerhalb der Grenze↗ TrendStichprobe Nr.68,27 %95,45 %99,73 %Prozessverteilung
Regelkarte mit ±1σ-, ±2σ- und ±3σ-Zonen (C, B, A). Bei einem beherrschten Prozess liegen 99,73 % der Punkte innerhalb der ±3σ-Eingriffsgrenzen, also in einem 6σ breiten Band; ein Punkt außerhalb oder ein anhaltender Trend weist auf eine besondere Ursache hin.

Welche Karte wann?

DatenKarteWann
Variabel, Stichprobe 2–9x̄-Ram häufigsten, z. B. stündlich 5 Teile messen
Variabel, Stichprobe ≥ 10x̄-sgroße Stichproben, automatische Messung
Variabel, EinzelwerteI-MR (X-mR)langsame Prozesse, zerstörende Prüfung, Chargenfertigung
Attributiv: Anteil fehlerhafter Teilep (variable Stichprobe) / np (konstant)Gut-/Schlecht-Prüfung
Attributiv: Anzahl Fehlerc (konstant) / u (variable Einheiten)Fehler pro Einheit, z. B. Lackfehler

Die 8 Nelson-Regeln

Konstanten der x̄-R-Karte

nA₂D₃D₄d₂
21,8800,0003,2671,128
31,0230,0002,5741,693
40,7290,0002,2822,059
50,5770,0002,1142,326
60,4830,0002,0042,534
70,4190,0761,9242,704
80,3730,1361,8642,847
90,3370,1841,8162,970
100,3080,2231,7773,078

Grenzen: x̄-Karte: x̿ ± A₂·R̄; R-Karte: unten D₃·R̄, oben D₄·R̄. Geschätzte Prozessstandardabweichung: σ ≈ R̄ / d₂.

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